Cambridge Sheep Britain’s most naturally efficient sheep

Das Cambridge-Schaf: Was ist das für eine Rasse?

Das Cambridge-Schaf stammt aus England; die Wiege vieler Rassen. Nur diese Rasse weist eine ganz andere Geschichte auf und deshalb unterscheiden sich die Rasseneigenschaften auch von den meisten anderen englischen Rassen.

Etwas zur Geschichte
Professor John Owen und Alun Davies haben im Jahre 1964 an der Universität Cambridge – daher der Name – mit dem Züchten einer neuen Rasse begonnen. Der Ausgangspunkt war genauso einfach wie wirkungsvoll: das Züchten einer fruchtbaren Rasse, denn der größte Kostenpunkt bei der Produktion eines Schlachtlammes ist nach wie vor das Halten des Mutterschafes. Sie wollten dabei vor allem andere wichtige Eigenschaften berücksichtigen: Wachstums- und Gebrauchseigenschaften.
Selbstverständlich musste es ein modernes Schaf sein, also keine fetten Gerippe. Das Ausgangsmaterial bestand aus Mutterschafen von etwa zwölf Rassen. Diese Mutterschafe hatten eine auffällig gute Abstammung und erbrachten gute eigene Leistungen (im Durchschnitt Drillinge). Nach einem intensiven Zucht- und Selektionsprogramm hat das Cambridge-Schaf in den achtziger Jahren seinen Weg in die züchterische Praxis gefunden. Ab 1988 befindet sich dieses Schaf auch in den Niederlanden und im Moment gibt es einige Dutzend Züchter mit ein paar hundert Tieren.

Was sind die Eigenschaften des Cambridge-Schafes?
In den englischen Fachzeitschriften wird anerkennend über das Cambridge-Schaf gesprochen. So liest man über die Wurfgröße:

Alter durchschnittliche Wurfgröße
1. Jahr 1.7
2. Jahr 2.6 bis 2.9
3. Jahr 2.9 bis 3.0

Aber auch das gute Wachsen der Lämmer wird oft angesprochen, sowie die guten Gebrauchseigenschaften der Mutterschafe, wie das leichte Ablammen und der Milchreichtum.
Daher unterscheidet sich das Cambridge-Schaf von anderen Rassen durch drei gute Eigenschaften: Fruchtbarkeit, Milchabgabe und Gebrauchseigenschaften.
Cambridge in den Niederlanden
Jetzt, wo das Cambridge-Schaf in den Niederlanden einige Jahre gezüchtet wird, bestehen allerhand Daten darüber. Diese Praxiserfahrungen bestätigen das Bild eines sehr fruchtbaren, leicht zu haltenden Schafes mit gute Muttereigenschaften.

Was halten Sie von den folgenden Tatsachen?
• Die Mutterschafe sind sehr milchreich und säugen Drillinge; sie bringen also nicht nur Drillinge zur Welt, sondern sie versorgen sie auch gut.
• Das Wachstum der Lämmer ist sehr gut. Bei mehreren Züchtern wurde festgestellt, dass die Lämmer in den ersten 100 Tagen mehr als 300 Gramm pro Tag zunehmen. Achtung: im Durchschnitt gibt es dann gut zwei Lämmer pro Mutterschaf. Bei drei Lämmern ist die durchschnittliche Gewichtszunahme 275 bis 300 Gramm pro Tag (bis 25 Tage).
• Lämmer werden leicht geboren und sind auffällig vital. Die Muttersorge und die Milchabgabe der Mutterschafe ist sehr gut.
• Die Schlachtlämmer sind absolut nicht fett. Das Cambridge-Schaf ist ein modernes Zuchtprodukt und dabei wurden die Anforderungen, die ein moderner Konsument an das Fleisch stellt, berücksichtigt.
Und selbstverständlich ist das Cambridge-Mutterschaf gut als Schlachtlammmuttertier zu gebrauchen. In zahllosen Betrieben in England sind Cambridge-Mutterschafe mit Suffolk- oder Texelwiddern gekreuzt worden.

Was ist der Wert eines Cambridge-Widders?
Wenn Sie für sich selbst einmal Cambridge-Schafe ausprobieren möchten, dann können Sie natürlich ein paar Mutterschafe kaufen. Diese Mutterschafe können Sie für die Reinzucht, aber auch als Schlachtlammmuttertier benutzen.
Wenn Sie vorsichtig etwas ausprobieren möchten, können Sie einen Widder kaufen und mit ihm Ihre eigene Kreuzung mit z.B. ‚Texelaars‘ oder Suffolk- oder deutschen Schwarzkopfschafen durchführen. Cambridge-Widder sind mit vielen Rassen gekreuzt worden und dabei hat man auf die Leistungen der gekreuzten Mutterschafe geachtet.
Die Ergebnisse all dieser Versuche sind in folgender Tabelle zusammengefasst.
Dies könnten die Resultate von Ihren Cambridge x Texelaar-Mutterschafen sein!
Alter Wurfgröße
1. Jahr 1.6
2. Jahr 2.2
3. Jahr 2.4
Die Angaben sind Durchschnittswerte über Kreuzungsversuche von etwa zehn Betrieben.

Die Erfahrungen in den Niederlanden mit dem Gebrauch von Cambridge-Widdern mit Texelaar-Mutterschafen sind wie folgt zusammenzufassen:
• Die Lämmer werden flott geboren.
• Die Lämmer wachsen gut, haben eine gute Länge.
• Das Schlachtlamm ist von guter Qualität; geringe Verfettung.
• CAMTEX-Kreuzlingmutterschafe (Cambridge x Texelaar) entsprechen dem Bild der anderen Kreuzungsversuche. Diese Mutterschafe sind sehr milchreich und die Lämmer wachsen im Durchschnitt gut 300 Gramm pro Tag.

Und dann noch etwas ganz Besonderes
Die Cambridge-Rasse ist Träger eines sog. ‚Major gene factor‘. Dies ist ein Gen, das Einfluss auf die Wurfgröße hat, und da dieses Gen einfach ist, kann schnell und zielgerichtet auf Wurfgröße selektiert werden. Es ähnelt dem sog. Baroola-Gen.
Leider ließ sich noch nicht feststellen, welche Tiere zuchtreiner Träger diese Gens sind. Die Erfahrung lehrt schon, dass durch die Abstammung und die Nachkommenregistrierung Tiere ausfindig gemacht werden können, die wahrscheinlich Träger dieser Eigenschaft sind.

Falls Sie mehr erfahren wollen?
In den Niederlanden beschäftigt sich eine aktive Gruppe von Züchtern mit dem Cambridge-Schaf. Diese haben sich durch einen Vereinsverband innerhalb der ‚Vereniging van Speciale Schapenrassen‘ (VSS) organisiert: ein Dachverband für ausländische Stammbuchschafe. Die Cambridge-Schafhalter tauschen Daten (Registrierung Fruchtbarkeit und Wachstumsdaten) sowie Erfahrungen aus und organisieren Betriebsbesuche. Auch wird in regelmäßigen Abständen neues Zuchtmaterial aus England bezogen.
Wenn Sie darüber Näheres erfahren möchten, bitten wir Sie sich in Verbindung zu setzen mit Herrn
J. van der Zanden (Boxtel – Niederlande) Tel.: 0031411616636